Veröffentlicht am 1. Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Nicht Feuchtigkeit, sondern Ohrenschmalz ist bei den meisten modernen Hörgeräten die häufigste Ursache für Funktionsstörungen.
- Eine tägliche Pflegeroutine von wenigen Minuten reicht bei den meisten Geräten bereits aus.
- Hitze, spitze Gegenstände und Wasser gehören zu den größten vermeidbaren Risiken für ein Hörgerät.
Ein Hörgerät begleitet seinen Träger den ganzen Tag über – im Ohr, bei Körperwärme, Feuchtigkeit und in unmittelbarer Nähe zu Ohrenschmalz. Damit es zuverlässig funktioniert und lange hält, braucht es eine gewisse Pflege. Die gute Nachricht: Das ist einfacher, als viele denken, und kostet täglich nur wenige Minuten – mit der richtigen Routine lässt sich die Lebensdauer eines Geräts spürbar verlängern.
Der größte Feind eines Hörgeräts: Ohrenschmalz
Feuchtigkeit ist bei den meisten modernen Geräten heute kaum noch ein relevantes Thema, da sie in der Regel wasserabweisend ausgelegt sind. Die häufigste Ursache für Funktionsstörungen ist stattdessen Ohrenschmalz. Es sammelt sich unvermeidlich am Schallaustritt und am Ohrstück an, da genau dort der natürliche Weg des Ohrenschmalzes aus dem Gehörgang verläuft. Wer den Schallaustritt und das Ohrstück konsequent sauber hält, vermeidet damit bereits die meisten alltäglichen Probleme und verlängert spürbar die Lebensdauer seines Geräts.
Die tägliche Pflegeroutine
Eine kurze Abendroutine, die zur Gewohnheit werden sollte, dauert nur wenige Minuten:
- Gehäuse abwischen, um Schweiß, Hautfett und Schmutz zu entfernen – ein weiches, bei Bedarf leicht angefeuchtetes Tuch oder ein Desinfektionstuch genügt dafür völlig.
- Kontrollieren, ob sich am Schallaustritt oder am Ohrstück Ohrenschmalz angesammelt hat. Mit einem kleinen Reinigungsbürstchen lässt sich dieser vorsichtig entfernen.
- Trockenwischen zum Abschluss – in den meisten Fällen reicht das bereits aus.
- Aufbewahren: Akkugeräte kommen in die Ladestation, bei Batteriegeräten empfiehlt es sich, das Batteriefach offen zu lassen, damit Luft hineingelangen kann und sich kein Kondenswasser bildet.
Eine Trockenbox ist eine sinnvolle, aber keine zwingende Ergänzung, besonders bei starkem Schwitzen oder häufigem Aufenthalt in feuchter Umgebung, etwa im Sommer oder bei sportlicher Betätigung.
Was wann zu tun ist
| Intervall | Aufgabe |
|---|---|
| Täglich | Gehäuse abwischen, auf Ohrenschmalz kontrollieren |
| Wöchentlich | Ohrstück beziehungsweise Schirmchen gründlicher reinigen, Filter kontrollieren |
| Bei Bedarf | Ohrenschmalzfilter wechseln, sobald der Klang leiser wird oder das Gerät verstummt |
| Regelmäßig (empfohlen) | Professionelle Reinigung und Funktionskontrolle beim Hörakustiker |
Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Auch gut gemeinte Pflegehandgriffe können einem Hörgerät mehr schaden als nützen:
- Niemals unter fließendes Wasser halten oder in Flüssigkeit einlegen – wasserabweisend bedeutet nicht wasserdicht.
- Keine starke Hitze, etwa auf der Heizung, im Backofen oder mit dem Föhn: Sie kann das Gehäuse verformen und die Elektronik schädigen. Für die Trocknung eignet sich ausschließlich eine spezielle Trockenbox.
- Keine spitzen Gegenstände wie Nadeln oder Zahnstocher, da sie den Schallaustritt beschädigen können – hierfür ist ausschließlich das passende Reinigungswerkzeug geeignet.
- Beim Duschen, Baden oder Schwimmen grundsätzlich herausnehmen: Die meisten Geräte sind zwar gegen Schweiß und Spritzwasser geschützt, aber eben nicht wasserdicht.
- Nicht ungeschützt in der Hosentasche transportieren – zusammen mit Schlüsseln oder Kleingeld drohen Kratzer oder ein beschädigter Schallaustritt. Ein kleines Etui schützt zuverlässig.
Das richtige Zubehör im Überblick
Für eine gründliche Pflege reichen wenige einfache Hilfsmittel aus, die meist bereits beim Kauf des Hörgeräts mitgeliefert werden oder beim Hörakustiker erhältlich sind:
- Reinigungsbürstchen mit weichen Borsten und kleinem Häkchen für Ohrenschmalz am Schallaustritt.
- Trockenkapseln oder eine elektrische Trockenbox zur Entfernung von Restfeuchtigkeit.
- Weiche Reinigungstücher, trocken oder leicht angefeuchtet, für das Gehäuse.
- Ersatzfilter für den Ohrenschmalzschutz, passend zum jeweiligen Gerätemodell.
Häufige Fragen zur Pflege
Wie oft sollte der Ohrenschmalzfilter gewechselt werden? Das hängt stark von der individuellen Ohrenschmalzproduktion ab. Als Faustregel gilt: alle vier bis sechs Wochen, spätestens sobald der Klang leiser oder dumpfer wird.
Darf ich Desinfektionsspray direkt auf das Hörgerät sprühen? Nein. Reinigungs- oder Desinfektionsmittel sollten immer zunächst auf ein Tuch aufgetragen und erst dann vorsichtig über das Gehäuse gewischt werden, niemals direkt auf das Gerät gesprüht werden.
Was mache ich, wenn das Gerät nass geworden ist? Möglichst schnell abtrocknen, Batteriefach öffnen beziehungsweise die Batterie entnehmen und das Gerät in eine Trockenbox legen. Auf keinen Fall mit Wärmequellen wie Heizung oder Föhn trocknen.
Professionelle Reinigung ergänzt die Pflege zu Hause
Selbst bei bester häuslicher Pflege lohnt sich eine regelmäßige professionelle Reinigung. Mit Spezialwerkzeug lassen sich Stellen erreichen, die zu Hause nicht zugänglich sind; zudem wird bei dieser Gelegenheit die Funktion kontrolliert und bei Bedarf werden Filter und Schirmchen gewechselt. So bleibt das Hörgerät über viele Jahre zuverlässig einsatzbereit, und kleinere Probleme lassen sich erkennen, bevor sie zu größeren werden.



